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Die Technologie hinter DeepLaw: sichere, nachvollziehbare KI für die Schweizer Rechtspraxis

Wie funktioniert DeepLaw? Ein genauer Blick auf die sichere Schweizer Infrastruktur, die hybride Architektur und das sektorspezifische Design für verlässliche juristische Recherche

In der juristischen Recherche sind Genauigkeit und Vertraulichkeit entscheidend. DeepLaw kombiniert sektorspezifische künstliche Intelligenz mit einer kontrollierten Verarbeitungssequenz, um zuverlässige und nachvollziehbare Ergebnisse zu liefern. Werfen wir einen Blick auf die technischen Grundlagen, die dies ermöglichen.

Ein Open-Source-Modell, spezialisiert auf Schweizer Recht

DeepLaw basiert auf einem fein abgestimmten Open-Source-Sprachmodell, das speziell mit Schweizer Rechtsmaterialien trainiert wurde, darunter Bundes- und kantonale Gesetzgebung, Gerichtsurteile und juristische Kommentare. Praktisch bedeutet dies, dass das System darauf ausgerichtet ist, Terminologie, Hierarchien und Argumentationsmuster des Schweizer Rechts zu verstehen, anstatt sich auf allgemeines Webwissen zu stützen.

Ab der nächsten Version wird das Modell monatlich aktualisiert, um neu veröffentlichte Gesetze und Gerichtsentscheide zu integrieren. Ein geplantes automatisiertes System wird zudem sicherstellen, dass Gesetzesänderungen und neue Entscheide konsistent und systematisch eingebunden werden.

Schweizer Hosting und Datenschutz

Für Juristinnen und Juristen ist Vertraulichkeit nicht verhandelbar. DeepLaw wird daher vollständig in der Schweiz gehostet und betrieben. Sämtliche Daten werden in einer sicheren Cloud verarbeitet und gespeichert, die von DeepCloud betrieben wird. Keine Daten verlassen das Land, und es kommen keine externen Public-Cloud-Anbieter zum Einsatz.

Benutzerdaten werden ausschliesslich gespeichert, um die Nutzererfahrung zu verbessern, beispielsweise um Gespräche fortzusetzen oder Analysen mit Kolleginnen und Kollegen zu teilen. Sie werden nicht verwendet, um das zugrunde liegende Modell nachzutrainieren oder zu verbessern. Für besonders sensible Angelegenheiten ermöglicht die Funktion «Secret Chat» Analysen ganz ohne Speicherung von Gesprächsdaten. In diesem Modus werden Konversationsdaten nicht auf der Plattform gespeichert und nach Beendigung der Sitzung gelöscht.

Durch die Kombination von Schweizer Hosting, strikter Datentrennung und kontrollierter Datenverarbeitung erfüllt DeepLaw die Vertraulichkeitsanforderungen des Rechtssektors von Anfang an.

Wie DeepLaw funktioniert

Aus technischer Sicht funktioniert DeepLaw als ein System, das aus mehreren Phasen besteht.

Der Prozess beginnt mit einer strukturierten Umformulierung der Nutzeranfrage in eine klare rechtliche Falldarstellung. Anschliessend führt das System eine Analyse der Gesetzgebung durch, die auf einer gezielten Recherche in juristischen Quellen basiert, und identifiziert relevante Bundesgesetze von fedlex.admin.ch sowie, falls relevant, kantonale Erlasse über lexfind.ch. Juristische Kommentare von onlinekommentar.ch werden bei Bedarf ebenfalls einbezogen.

Danach ruft die Plattform über entscheidsuche.ch bundes- und kantonale Gerichtsentscheide seit 1954 ab und analysiert diese. Insgesamt greift DeepLaw auf mehr als 21’000 Gesetze, über 775’000 Entscheide sowie auf Hunderte von Fachkommentaren zurück. In der abschliessenden Phase werden diese Elemente zu einer strukturierten Schlussfolgerung zusammengeführt, die ihre rechtlichen Implikationen darlegt.

Im Gegensatz zu generalistischen Systemen wie ChatGPT, Copilot oder ähnlichen Tools, die Antworten direkt auf der Grundlage statistischer Sprachmodelle erzeugen und dabei auf eine breite Vielfalt von Quellen aus dem Web zurückgreifen, etwa auf Blogs, Websites und andere Online-Inhalte, die nicht immer verifiziert sind, arbeitet DeepLaw iterativ mit validierten juristischen Quellen, bevor eine Antwort erzeugt wird.

Mehrstufige Analyse mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

DeepLaw ist für anspruchsvolle juristische Arbeitsabläufe konzipiert. Lange Dokumente werden schrittweise verarbeitet, sodass auch umfangreiche Dossiers detailliert analysiert werden können. Das System kann strukturierte Ausgaben liefern und stellt konsequent explizite Quellenangaben bereit.

Jede Antwort verweist klar auf die verwendeten Gesetze, Entscheide und Kommentare. Nutzerinnen und Nutzer können über direkte Links auf die offiziellen Originalquellen zugreifen, den vollständigen Text einsehen und die konkreten Passagen prüfen, auf denen die Antwort basiert. Diese Transparenz macht aus KI-Output einen überprüfbaren Rechercheschritt statt einer Blackbox.

Wenn das System unsicher ist, weist es ausdrücklich darauf hin, anstatt unbegründete Aussagen zu machen. Der strukturierte Analyseprozess stellt sicher, dass Schlussfolgerungen stets in validierten Quellen verankert bleiben.

Klar definierter Anwendungsbereich und kontinuierliche Verbesserung

DeepLaw greift nicht auf Echtzeitdaten zu und führt keine Live-Websuchen durch. Alle Antworten werden ausschliesslich aus verifizierten und spezifisch integrierten Quellen generiert. Das System nutzt keine nicht aufgeführten Datenbanken oder allgemeinen Webinhalte und schliesst Aufgaben ausserhalb des juristischen Bereichs bewusst aus.

Ein internes Benchmarking bewertet kontinuierlich sowohl das Modell als auch jede einzelne Verarbeitungsstufe. Zusätzlich können Nutzerinnen und Nutzer direkt über die Plattform Feedback geben. Markierte Fälle werden von Rechts- und KI-Expertinnen und -Experten überprüft, und bestätigte Erkenntnisse fliessen in iterative Verbesserungen des Verarbeitungs- und Evaluationsprozesses ein.

DeepLaw ist damit nicht einfach eine allgemeine KI, die für Juristinnen und Juristen angepasst wurde. Es ist ein sicheres, jurisdiktionsspezifisches System für juristische Intelligenz, das darauf ausgelegt ist, den professionellen, technischen und regulatorischen Anforderungen der Schweizer Rechtspraxis gerecht zu werden.

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